Feuerwerk und Tiere

 

Tiere: Unfälle/Tod durch Feuerwerk                                

Blindenführhunde und Feuerwerk  

Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde Allschwil zum Thema "Blindenführhunde und Feuerwerk"                                      

zurück

 

 

Tiere flüchten in Panik, etliche rennen kopflos ins nächste Auto und verletzen sich dabei schwer. Andere verkriechen sich zitternd vor Angst. Einem Hund wird etwas zugeworfen, in der Annahme, es sei etwas zum spielen, nimmt er es ins Maul: es explodiert in seinem Maul, der Hund stirbt vor den Augen seiner fassungslosen und geschockten Besitzer ("Hund bei Silvesterknallerei in Kärnten gestorben", 31.12.2005, http://derstandard.at/?url=/?id=2291533 / "Dog is killed by firework thugs", Manchester Online, 11.10.2002 http://www.manchesteronline.co.uk/news/stories/Detail_LinkStory=21636.html / "Firework kills family pet", Manchester Online, 11.10.2002 zu finden unter http://www.manchesteronline.co.uk/news/stories/Detail_LinkStory=21620.html / "Vet: Dog Likely Burned With Fireworks", TheIndyChannel.com News, 2002, http://www.theindychannel.com/news/861696/detail.html /"Teens sought after puppies killed by fireworks. Attacks also injured another dog in Oklahoma town", 8.7.2004, http://www.msnbc.msn.com/id/5331549/ / "Boys held for cracker in dog's mouth", South Africa 3.1.2002, http://www.iol.co.za/index.php?set_id=1&click_id=13&art_id=ct20020103202408416F620569). Dies ist kein Bericht von einem Kriegsschauplatz oder aus einem Erdbebengebiet: so erleben Tiere Feuerwerk.

 

Schon für uns Menschen ist Feuerwerk immer öfter unerträglich laut; jedes Jahr erleiden mehrere Tausend Menschen dadurch Innenohrverletzungen, manche tragen gar eine bleibende Beeinträchtigung des Gehörs davon. Viele Tierarten haben ein äusserst empfindliches Gehör, daher nehmen sie einen Knall noch viel intensiver als Menschen wahr! Katzen hören besser als Hunde und noch viel besser als  Menschen; sie leiden unter lauten Geräuschen mindestens ebenso wie ein migränekranker Mensch. Ein Hund oder eine Katze, die dem Schallstoß eines "Böllers" ("Kanonenschlags" etc.) unmittelbar ausgesetzt sind, können langanhaltende Knalltraumata bis hin zu irreversiblen Gehörschäden erleiden. Die stundenlange Knallerei von Feuerwerk ist eine akustische Folter für unsere Tiere. Hasen, Meerschweinchen, Frettchen, Vögel etc. erschrecken leicht und können als Folge des lauten Lärmes einen Herzschlag erleiden.

 

Feuerwerkskörper können bei Tieren schwerste Gesundheitsschäden bis hin zu Schockzuständen mit Todesfolge auslösen.

 

Die Blendwirkung von Feuerwerksraketen kann bei Vögeln zu einem Verlust des Orientierungsvermögens führen. 

Tiere, die zu nahe bei explodierendem Feuerwerk sind, tragen oft Verbrennungen und Augenschäden davon.

 

Manche  Tiere werden absichtlich mit Feuerwerk beworfen und dadurch zum Teil schwer und/oder tödlich verletzt.

 

Auch bei Tieren kann Angst "auf den Magen schlagen" oder Überreaktionen auslösen. Konsequente Nahrungsverweigerung, Durchfall, heftiges Zittern oder unausgesetztes Jaulen sind typische Anzeichen. 

 

Es sollte verboten werden, Feuerwerk in Wohnzonen abzubrennen, aber auch die Schutzzonen von Vögeln und Wildtieren (Parkanlagen und grüne Ruhezone in den Städten, Wälder, Zoologische Gärten etc.), wo Tiere noch eine Zuflucht finden können, müssen in Zukunft vor dem Abbrennen von Feuerwerk geschützt werden.

 

Feuerwerk ist eine Zumutung für Mensch, Tier und Natur.

 

 

 

 

 

 

 

Der schweizerische Tierschutzverband http://www.schweizer-tierschutz.ch/ lanciert zum 1. August 2007 eine Kampagne und ruft die Bevölkerung auf, den Feiertag den Tieren zuliebe ohne Knalleffekte zu feiern. Ein Informationsflyer "Angst und Panik durch Feuerwerk – Tieren zuliebe bitte ohne Knalleffekte" (pdf-File) kann von dort (oder direkt unter http://www.schweizer-tierschutz.ch/main/aktuell/august/feuerwerk_d.pdf) heruntergeladen werden.

 

 

"Feuerwerk: Für manche Menschen aber auch für Tiere eine Plage", http://www.thun.ch/fileadmin/media/thun_das_magazin/2006_nr_3_juli/seite_13.pdf 

 

 

Wellensittiche und Feuerwerk. Da die meisten Vögel in ihrem Käfig zu fliegen beginnen, wenn sie vom Feuerwerk aufgeschreckt werden, sind die folgenden Verletzungen besonders typisch für diese Situation: 

          Platzwunden am Kopf 
           Verletzungen der Wachshaut (Nase) 
           Prellungen an Bauch und Brust 
           Gesplitterte Schnäbel 
           Verstauchungen der Extremitäten (Flügel und Beine) 
           Blutungen an den Flügeln durch ausgerissene Schwungfedern 
           Knochenbrüche (meist an den Flügeln oder Beinen) 
           Gehirnerschütterungen 

           Innere Verletzungen durch Ganzkörperaufprall 

          http://www.birds-online.de/kaefig_zubehoer/silvester.htm

 

 

Wildvögel und Feuerwerk. Nicht selten verletzen sich Wildvögel aufgrund von Feuerwerkskörpern oder werden sogar mutwillig mit Feuerwerk verletzt, gequält, umgebracht (à z.B. http://www.wildvogelhilfe.org/gesundheit/hautkrankheiten.html oder http://wfrv.com/topstories/local_story_032121440.html).

 

 

Das Bürgerprojekt Flückigersee, Seepark Freiburg/D, im Jahresbericht 2001, Ausschuss für Wasservögel: <<Zwei Wochen waren die Ostschwäne durch das Feuerwerk des Seenachtsfestes und Zusatzböller derart gestört und wollten sich nicht mehr im östlichen Bereich des Sees aufhalten. In diesen 14 Tagen waren auf dem See chaotische Zustände, sodass die Westschwäne in dieser Zeit nur ausserhalb des Sees und meist nur in großem Abstand zum See mit Mischfutter + Wasser gefüttert werden konnten. In den 14 Tagen danach haben sich die Verhältnisse langsam etwas normalisiert d.h. die Westschwäne konnten zumindest teilweise wieder in den See. Meist mussten die Schwäne allerdings ins Wasser getrieben werden, weil sie aus Angst nicht mehr in den See hinein wollten.
Es wurde von uns am 29.08.2001 ein Antrag an das Bürgerforum gestellt, den Bürgerverein FR-West und die Stadtverwaltung aufzufordern, das Feuerwerk abzuschaffen, oder zumindest dieses in das nahegelegene Stadion zu verlegen und auf die Böller ganz zu verzichten. Zustände wie wir sie 4 Wochen lang hatten, dürfen sich nicht wiederholen!>>
http://www.flueckigersee.de/voegel/jahresbericht2001.html

 

 

"Tierschutz und Feuerwerk" von Karl Fikuart (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V., TVT-Nachrichten 2/2000, S. 14) 

(Der Verfasser war von einem Landkreis um eine gutachterliche Stellungnahme zu einem Feuerwerk gebeten worden.)

Zur Tierschutzrelevanz eines Feuerwerks in Nachbarschaft zu einem Tierpark (Gutachten)

Gutachterfrage

..Zur Beurteilung der Wirkung von Geräuschen (Lärm) ist nicht nur der zu messende Dezibel-Wert ausschlaggebend. Entscheidend für die Empfindung ist vielmehr das Gewöhntsein an das Geräusch sowie die Plötzlichkeit seines Auftretens. Die Wirkung von Feuerwerken auf Tiere ist zudem abhängig von der jeweiligen Tierart... Auf die plötzlich einwirkenden Reize des Feuerwerks, die von den Tieren nicht ihrem gewohnten Lebensumfeld zugeordnet werden können, sind adäquate Reaktionen aus ihrem angeborenen Verhaltensrepertoire nicht möglich. Die emotionale Kompensation ist nicht möglich. Dadurch wird bei den Tieren Angst ausgelöst, wobei Angst häufig gravierender wirkt als physischer Schmerz. Angst, die über eine gewisse Zeitdauer bei den Tieren ausgelöst wird, bewirkt bei ihnen mit Sicherheit Leiden. Zur Beurteilung von Angst oder Leiden kann nicht der Tod eines Tieres als "grösstmöglicher Schaden" herangezogen werden. Schäden werden sehr viel früher bereits dadurch bewirkt, dass normale physiologische Funktionsabläufe im Körper gestört werden. Bekannt ist beispielsweise das sog. "Angstharnen" bei Hirschen. Durch diesen unphysiologischen, vermehrten und in häufigen, kleinen Mengen erfolgenden Harnabsatz wird dem Körper Flüssigkeit entzogen, die für einen ungestörten Stoffwechsel notwendig ist...

Begründung:

("Leiden" definiert LORZ* folgendermassen: Leiden sind alle vom Begriff des Schmerzes nicht erfassten Beeinträchtigungen des Wohlbefindens, die über ein schlichtes Unbehagen hinausgehen und eine nicht unwesentliche Zeitspanne fortdauern.“

*LORZ/METZGER: Tierschutzgesetz, Kommentar, 5. Auflage, Beck, München)

http://www.google.ch/search?q=cache:xkxu3FwdLAgJ:www.tierschutz-tvt.de/2000_2.pdf+Feuerwerk+Unfallstatistik&hl=de&ie=UTF-8

oder unter http://www.tierschutz-tvt.de/2000_2.pdf

 

 

Eine Umfrage bei Schottischen Tierärzten zeigte, dass 2001 rund 10'000 Tiere (Haus- und Farmtiere) verletzt oder getötet wurden: die einen wurden bei absichtlichen Attacken mit Feuerwerk getötet oder bei Unfällen verletzt, andere litten unter Stress und Angstgefühlen. Die Schottische Society for the Prevention of Cruelty to Animals (SPCA) machte daraufhin einen Aufruf für eine Gesetzesänderung bezüglich der Vorschriften des Verkaufes von Feuerwerk.

        Sie finden den  Bericht 'Fireworks and Animals: A Survey of Scottish Vets in 2001' unter

        http://www.angelfire.com/co3/NCFS/survey/sspca/scottishspca.html.

 

 

"Fireworks and pets" (pdf-Datei) kann bei The Blue Cross - Britain's Pet Charity unter http://www.thebluecross.org.uk/content/animal_advice/4_3_general.htm heruntergeladen werden.

 

 

Wie reagieren Haustiere auf Feuerwerk? Im Gästebuch von "Pets Against Fireworks" schildern viele Tierbesitzer das Elend ihrer Tiere (leider in Englisch): http://htmlgear.tripod.com/guest/control.guest?u=alanashdown&i=4&a=view. Zusätzlich interessant sind diese Aussagen, weil die Schreiber sich dazu äussern konnten, in welcher Form Feuerwerk für sie akzeptabel scheint (komplettes Verbot, nur noch "stilles" Feuerwerk etc.).

 

 

"Stress für Tiere am 1. August": Für viele Tiere sind diese Tage eine bittere Qual. Der Panikstress kann viele Tiere zu Flucht bewegen oder sogar zu Kreislaufproblemen bei älteren Tieren führen. Sie haben im Artikel die Möglichkeit, sich via "Windows Media Player" den Info-Beitrag von Katja Keller im Gespräch mit Heinz Lienhard, dem Präsidenten des Schweizerischen Tierschutz, anzuhören. Quelle: "Stress für Tiere am 1. August", 1.8.2001, http://www.toponline.ch/content.php?area=1&nocache=1&rub=41&medium=0&art=22810

 

 

"Knallerei macht Tieren Angst": ... Aber auch der Schwefelgehalt der Feuerwerkskörper macht vielen Haustieren zu schaffen. In ihrem Explosionsfeld ist die Luft stark schwefelhaltig. Das kann zu Schleimhautreizung mit Augenbrennen führen. "Zwar versuchen Hunde, deren Geruchsempfindlichkeit viel höher ist als die des Menschen, den Schwefel zu meiden und auszuweichen, das ist aber oft nicht möglich", erläutert Stefan Leopold, Tierarzt im Amt für Umwelt. 30.12.2004 http://www.entlaufen.ch/news/ausgabe.php

 

 

"Ministerium: Silvester auch an die Tiere denken": ... Für viele Menschen sind zum Jahreswechsel Feuerwerk und Silvesterknallerei der Höhepunkt, nicht jedoch für viele Haus- und Wildtiere. Darauf weist das Schleswig-Holsteinische Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume hin. Für viele Tiere ist Silvester häufig ein nur schwer erträglicher Stress, weil zum Beispiel Hunde und Katzen ein wesentlich feineres Gehör als Menschen haben. ... Ausserdem kann der Schwefelgehalt der Raketen, der im Explosionsfeld der Knallkörper besonders hoch ist, vorübergehende Schleimhautreizungen in den empfindlichen Tiernasen sowie Augenbrennen auslösen. Dezember 20007, http://www.hl-live.de/aktuell/text.php?id=39307 

 

 

"Haustiere an Silvester: Panik auf vier Pfoten": ... Jedes Jahr leiden nach Angaben von Tierschutzexperten Millionen Haustiere in Deutschland unter dem Silvester-Feuerwerk. "Was für die Menschen Spass und Heiterkeit bedeutet, beschert den Haus- und Wildtieren Stunden voller Panik und Qualen", sagt der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg, Gerhard Käfer. 28.12.2005, http://www.stern.de/wissenschaft/natur/:Haustiere-Silvester-Panik-Pfoten/552122.html

 

 

"Mit Rücksicht ins neue Jahr: Knallerei schadet Mensch und Tier": Haustiere und frei lebende Wildtiere leiden an Silvester unter extremer Geräuschsbelästigung verursacht durch Böller, Raketen und Co. ... Generell sollte sich jeder fragen, ob es sinnvoll ist, Unsummen von Geld für ein scheinbares Vergnügen auszugeben, das von der Böllerindustrie suggeriert wird. "Die jedes Jahr verpulverten Millionen sollten nachdenklich stimmen", mahnt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Wir raten das eingeplante Geld nicht komplett zu verknallen, sondern sinnvollen Zwecken und Einrichtungen beispielsweise den Tierschutzvereinen mit ihren Tierheimen zuzuführen", so Apel. (Pressemeldung Dezember 2007), http://www.tierschutzbund.de/02929.html

 

 

 

 

LINKS:

 

Ø       Confoederatio Helvetica, Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft: Tierschutzgesetz (TSchG) vom 9. März 1978 (Stand am 2. Dezember 2003), in der html-Version unter http://www.admin.ch/ch/d/sr/455/index.html und als pdf-Datei unter http://www.admin.ch/ch/d/sr/4/455.de.pdf

 

Ø       Confoederatio Helvetica, Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft: Tierschutzverordnung (TSchV) vom 27. Mai 1981 (Stand am 4. September 2001) als html-Version unter http://www.admin.ch/ch/d/sr/455_1/index.html und als pdf-Datei unter http://www.admin.ch/ch/d/sr/4/455.1.de.pdf

 

Ø       Bundesamt für Veterinärwesen BVET: Tierschutz - Weisungen, Richtlinien, Vollzugshilfen unter http://www.bvet.admin.ch/tierschutz/d/weisung-richtl-kreisschreib/1_index.html

 

Ø       Bundesamt für Veterinärwesen BVET: Tierschutz – Tierschutzgesetzgebung (u.a. Aenderung der Tierschutzverordnung sowie Aenderung der Tierschutzverordnung und Erläuterungen u. vieles mehr) unter http://www.bvet.admin.ch/0_navigation-d/0_index-intern.html

 

Ø       Erich F. Feineis "Handbuch Tierschutz.  Kurze Darstellung der wichtigsten eidgenössischen Bestimmungen zum Tierschutzrecht, der Vollzugsvorschriften der Kantone und des Vorentwurfs zu einer Schweizerischen Strafprozessordnung", 81 Seiten, als pdf-Datei unter http://www.schweizer-tierschutz-sts.ch/infothek/recht/handbuch_tierschutz_d.pdf

 

 

 

 

 

zurück